Tourguides on Tour 10/2016

Tourguides on Tour

Zertifizierte Eifeltourguides bei der ersten gemeinsamen Ausfahrt

Das Thema sollte eigentlich anders heißen, denn Tourguides on Tour heißt ja abgekürzt TOT. Und diese Abkürzung wirkt ein wenig abschreckend.

Aber: Da wir nicht abkürzen und unsere erste gemeinsame Ausfahrt an dem (wahrscheinlich) letzten schönen Herbsttag des Jahres, am 16.10.2016 durchführten, lasse ich den Titel einfach mal so stehen…

Wie kam es dazu, zu unserer ersten Ausfahrt? Über die Zertifizierung zum offiziellen „EifelTourguide Motorrad“ und die entsprechende Abschlussprüfung schreibe ich nichts mehr. Obwohl dieses Thema ein Thema war, welches uns auf der gesamten Tour begleitete…

Ursprünglich plante einer unserer Gruppensprecher, der Ralf aus Bollendorf, eine Tour. Aber diese Tour eignete sich, wegen der Länge von rund 300 Kilometern plus An- und Abreise einzelner Teilnehmer von nochmals mehr als  100 Kilometern, nicht so recht für eine Herbsttour. Also blieben wir zumindest beim Vornamen des Organisators und ich, der Ralf aus dem nördlichen Teil der Eifel, plante eine Rundtour von rund 150 Kilometern Länge mit Start- und Zielpunkt in Gerolstein. Die Bollendorfer Tour werden wir definitiv im Frühjahr nachholen!

10 Uhr wollten wir an der ED-Tankstelle in Gerolstein starten. Aber Ralf kam nachts erst aus dem Mittelmeerurlaub nach Hause. Also einigten wir uns auf 10.30 Uhr als Abfahrtszeit, um ihm ein bisschen mehr Schlaf zu gönnen.

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10.45 Uhr – Die Tourguides vor der Abfahrt – 4 Grad Außentemperatur

Im Vorfeld der Tour hatte der eine oder andere noch ein kleines oder größeres Wehwehchen und wusste noch nicht so ganz, ob er teilnehmen würde. Nichtsdestotrotz fanden sich am Sonntag um 10.30 Uhr sechs tapfere Tourguides (Andrea, Stefan Hoff, Kris, Michael und wir beiden Ralfs) plus mein Neffe Frederik am Treffpunkt ein. Leider waren die restlichen vier Guides verhindert…

Kalt war es an diesem Morgen. Zwischen 0 und 3 Grad, nach der vom schwedischen Astronomen Anders Celsius benannte Messskala, war es heute. Und diesig oder neblig, ganz wie es der Betrachter sieht. Deshalb entschieden wir uns für eine weitere Tasse Kaffee in der Tankstelle. Manche verrichteten noch ihre Notdurft nach dem Motto „zieht euch warm an, denn die Kälte greift den Darm an“.

Gegen 10.45 Uhr stiegen die tapferen Mannen und die tapfere Andrea, eine weibliche Form des Begriffes Mannen gibt es nicht, auf die Bikes und begaben sich bei mittlerweile 8 Grad Außentemperatur auf den Weg oberhalb von Gerolstein durch den Wald in Richtung Salm.

Weiter ging es über kleine und kurvenreiche Straßen bis zum Gemündener Maar. Hier bogen wir rechts bergauf ab und erreichten schon kurz darauf den Parkplatz zwischen Weinfelder img_2440

und Schalkenmehrener Maar. img_2442

Eine kurze Raucherpause wurde eingelegt, die, mangels teilnehmender Raucher, nur zum Fotostopp genutzt wurde.img_2443

Wir schwangen uns wieder in die Sättel um durch Schalkenmehren in Richtung Ulmen weiterzureiten. Der Ort Steiningen ging aber nicht. Denn das Land Rheinland-Pfalz (oder der entsprechende Landkreis) hatte sich entschlossen, die Teerdecke, der für die Tour geplanten Kreisstraße, zu erneuern. Also bogen wir ab und  nutzten die Umleitungsstrecke.

Wie es der Zufall so wollte, führte genau diese Strecke am Wohnhaus unseres Tourguides Michael vorbei. Das war zwar nicht geplant, aber natürlich legten wir dort einen Halt ein, der von unserer Amazone gerne genutzt wurde, das Keramikzimmer aufzusuchen.

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Bei Michael zu Hause

Knapp zehn Minuten pausierten wir ungeplant, zogen dann aber in Richtung der geplanten Route von dannen. Nur kurz weilte die Freude über die kurvenschwingende Tour. Denn in Ulmen musste Ralf die Luft seines Hinterreifens kontrollieren, um festzustellen, dass diese nicht dem vorgegebenen Wert entsprach. Hoffentlich hat er nicht den atü-Wert gemessen, denn diese Einheit ist seit 1978 nicht mehr zulässig. Ein Gegenstand in Form eines Nagels oder Schraube hatte das Gummi hart und unnachgiebig durchbohrt. Glücklicherweise war der Druckverlust nur gering und Ralf konnte  nach kräftigem Aufblasen weiter an unserer tollen Tour teilnehmen.

Immer noch nutzten wir kleine Straßen bis nach Kelberg. Diesen Ortsnamen sprach ich immer so aus, als wenn er ein stilles „h“ enthalten würde. Heute wurde ich, nach über fünfzig Jahren meines Daseins, darüber aufgeklärt, dass man diesen zentralen Eifelort ausspricht, als hätte er ein zweites „l“ – also Kel(l)berg.

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Oberhalb Kelbergs machten wir an einem Rastplatz Rast. Genau zur selben Zeit bog eine weitere Motorradgruppe in entgegengesetzter Richtung auf den Parkplatz ein. Fotos wurden geschossen, nützliche und unnützliche Gespräche geführt. Einfach ein schöner sonniger Pausenplatz bei mittlerweile 17 Grad Außentemperatur.

Zehn Minuten darauf verließen wir in westliche, die andere Gruppe in südöstliche Richtung, den Parkplatz, um die schöne kurvige Landstraße durch den Wald in Angriff zu nehmen. Keine drei Kilometer später bogen wir bei Gelenberg nach rechts ab um eine nicht minder kurvige Straße bis nach Dankerath zu nutzen.

Leider vergaß ich vorher, die Gruppe darauf hinzuweisen, dass man auf dieser Strecke kurz vor Dankerath einen tollen Ausblick auf die Tribüne des Nürburgrings hat. Diese ist von hier aus rund 10 Kilometer Luftline (ich finde den englischen Audruck „as the crow (bird) flies“ viel schöner) entfernt.

Weiter über Nohn, bei Ahütte über den Ahbach, in Richtung Kerpen. Allerdings bogen wir vor dem Burgort rechts ab, um die waldgesäumte Straße nach Wiesemscheid zu fahren.

Nachdem wir Wiesemscheid passiert hatten, bogen wir kurz hinter dem Ort rechts, in eine klitzekleine, vielleicht 2,50 Meter breite, Kreisstraße in den Wald ab. An einer Lichtung winkten uns einige pausierende Wanderer zu. Wir winkten zurück, denn wir sind ja zertifizierte Eifeltourguides. Und für die gehört sich das!

Durch die Wachholderheide des Lampertstal, übrigens das größte Wacholder-Naturschutzgebiet Deutschlands, fuhren wir nach Alendorf. Aufgrund der hungrigen Mägen einiger Teilnehmer, entschloss ich mich, die geplante Route zu verlassen und nach Ripsdorf zu fahren. Der dortige Gasthof Breuer hat einen schönen Biergarten und ist auf spontane Pausenmacher eingestellt. Nur heute nicht, denn im Biergarten war schon die Hälfte aller Tische jahreszeitengemäß weggeräumt. Die andere Hälfte der Tische war, ob des schönen Wetters, voll besetzt.

Ungefüttert zurück über Alendorf, Birgel und Lissendorf  eilten wir zur nächsten Pausenstation, dem antiken Römischen Lagerhaus in Duppach-Weiersmühle.

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Der strahlende Sonnenschein und die wohlige Wärme konnten die leeren Mägen nicht befriedigen, also saßen wir erneut auf, um vorbei am Eichholzer Maar über Steffeln nach Olzheim zum Rasthof „Zur Schneifel“ an der B51 zu gelangen. (Meine Anmerkungen zum Begriff Schneifel lasse ich hier an dieser Stelle. Jedenfalls hat dieser nichts mit Schnee-Eifel zu tun).

Unser gewählter Restaurationsbetrieb hat den Vorteil, dass er aufgrund seiner strategisch günstigen Lage sowohl vormittags als auch mittags und sogar nachmittags über eine warme Küche, sprich: Mittagessen zu jeder Zeit, verfügt. Die Kellnerin war zügig und freundlich, das Essen war frisch und warm.

Mein Forum-Kollege Mathias aus Zilsdorf gesellte sich zu uns. Er wäre gerne die komplette Strecke mitgefahren, konnte sich aber, aus mir bekannten Gründen, erst hier an unsere Gruppe anschließen.

Nach Raubtierfütterung, Tankbefüllung und Reifenluftdruckprüfung (atü oder PSI) ging es weiter über Kreisstraßen und die Orte Schwirzheim, Büdesheim und Kopp bis nach Birresborn. Links bog die Gruppe ab und begleitete das sanfte Flüsschen Kyll bis zurück zum Ausgangspunkt, der ED Tankstelle in Gerolstein.

Der Parkplatz neben der Tanke war rappelvoll mit Motorrädern und den jeweiligen Besatzungen. Hatten doch zeitgleich die „Bikerfreunde Rheinland & Eifel eine große Ausfahrt am heutigen Tage. Für unseren Bollendorfer Ralf ein gefundenes Fressen, denn er ist maßgeblich ein Kopf dieser Vereinigung von Motorradfreunden. Jeden begrüßte er unter lautem Hallo mit großer Freude.

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Die Tourguides und Frederik nach der Tour –  16 Uhr – 17 Grad

Wir Tourguides stellten uns noch zum obligatorischen Abschiedsfoto auf. Tschö, Tschüß, Servus, Good-Bye… Jeder brach, bei immer noch strahlendem Sonnenschein, in sein Heimatdomizil auf.

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Foto von Andrea Görgen

Anders Celsius hätte seinen Spaß am heutigen Tag gehabt. Was wäre, wenn er in der heutigen Zeit leben würde? Wäre er Motorradfahrer?

Aber das alles ist dann eine neue Geschichte.

Fortsetzung folgt.

Ralf Schreiber, 16.10.2016

Fotos außer von mir auch von Andrea Görgen, Ralf Fischer und Frederik Schreiber

Die schönste Seite der Eifel