Himmelfahrtskommando 2016 (FJR-Tour)

Himmelfahrtskommando


Deutschlandersatztreffen Gummersbach 2016

Vorwort:

Am 27.11.2013 (!!) wurde das 2016er Treffen im Schwarzwald angekündigt.
Am 21.04.2015 wurde das Treffen aus bekannten oder auch unbekannten, aber zumindest triftigen, Gründen abgesagt.

Bereits am 22.04.2015 postete unser, zu dieser Zeit noch „FJR-Neuling“ Carsten, dass er bereit ist, ein Ersatztreffen in der Region Bergisches/Sauerland auszurichten. Am selben Nachmittag merkte er, was er losgetreten hatte und sprach sich im entsprechenden Thread von jeglicher Verantwortung und Haftung frei J
Schon am ersten Abend hatten sich mehr als 10 Teilnehmer angemeldet. Eine Woche später lagen schon über 20 Willensbekundungen vor!

14 Tage später hatte „Lostreter“ Carsten dann auch schon seinen ersten GAU hinter sich. Das ursprünglich geplante Hotel machte einen Rückzieher.

Aber Carsten fand schnell einen Ersatz. Das Wyndhamgarden Hotel in Gummersbach.

Gummersbach!
Was verbindet mich als immer noch aktiver Handballer mit dieser Stadt? In meiner Jugend war der VfL in Deutschland und Europa das Maß aller Dinge. Und immer noch spielt der VfL in der Bundesliga und hoffentlich bald wieder International.
Was verbindet mich als immer noch aktiver Motorradfahrer mit dieser Gegend? Viele Seen, Natur und kurvige Straßen. Bergisches Land trifft hier auf das Oberbergische, auf den Westerwald und in der Nähe auf Sieger- und Sauerland. Ein für eine mehrtägige Motorradtour super geeigneter Ausgangspunkt.

Nachdem das Hotel gefunden und geblockt war, nahm Carsten gerne die Unterstützung von Manfred Adams wahr, der ihn mit seinem ganzen „FJR-Know-how“ unterstützte. Auch weitere Helfer boten sich an, so dass die Tour immer mehr an Gesicht gewann.

Hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang besonders BikerNRW Michael. Dieser arbeitete intensiv im Hintergrund. Nicht nur die Streckenauswahl waren seine „Kinder“. Die Pausenstationen, die Tourbeschreibungen, die Drop-Box, der ganze Schriftkram  usw. waren auf seinem Mist gewachsen. Volkmar gehörte auch zum Team. Er fuhr selbst bei widrigen Wetterbedingungen die ganzen Strecken ab. Und zu guter Letzt plante Hermann eine ganz besondere Tour. Allerdings eine feuchte… J

Bereits einen Monat nach Veröffentlichung buchte sich Caleo als 40. Teilnehmer ein. Schlussendlich wurden es rund 80 Teilnehmer mit über 60 Motorrädern. Wenn man nun die Entstehungsgeschichte betrachtet, ist dieses ein riesen Erfolg!

Im Februar 2016 wurden die geplanten Touren veröffentlicht:

Vier Touren wurden, neben einer Aufwärmrunde zum Waffelessen ins Bergische Land, angeboten.
Die Türmchentour, die uns zu verschiedenen Aussichtstürmen bringen sollte, einigen schon vom Jahrestreffen 2008 bekannt.
Die Tour ins Rothaargebirge, die an vielen Talsperren vorbeiführte.
Die Westerwälder Pfade, die uns abseits der Hauptwege den Westerwald näher brachte.
Die Welttour nach Krombach zur dortigen Brauerei.

Meine Vorfreude wuchs mit jedem Tag, mit dem die Tour näher rückte. Denn auch ich hatte zwei Aufgaben angenommen.
Aufgabe 1: Meine Freunde vom Berliner Stammtisch reisten am Wochenende vorm Treffen in Gummersbach in die Eifel an. Wollten sie auch dort die Straßen erkunden. Ich kam ihrem Wunsch nach, sie durch die Eifel nach Belgien und Luxemburg zu führen.
Aufgabe 2: Carsten organisierte über Yamaha Deutschland eine nagelneue RP28 für Probefahrten zum Treffen in Gummersbach. Ich bot mich an, die Probefahrten zu koordinieren und die Maschine in der Hauptverwaltung Yamahas in Neuss abzuholen. Sind ja nur 19 Kilometer von meinem Arbeitsplatz entfernt.

Die Tourwoche war endlich da! Montag führte ich die Berliner bei strahlendem Sonnenschein bis mitten nach Luxemburg. Dienstag wurde zu Hause unsere neue Küche montiert. Mittwoch musste ich leider den einzigen Tag der Woche zur Arbeit. Mittags ging es noch schnell nach Neuss, die Leihmaschine abholen. Leider dauerte mein Arbeitstag dann noch bis gegen 19 Uhr. Aber die Heimfahrt mit der RP28 versüßte mir den Stress des Tages.

Himmelfahrt war angebrochen. Mein Plan war um 10 Uhr auf die rund 110 Kilometer lange Anreise-Tour aufzubrechen. Aber, wie so oft an solchen Tagen, kreuzte ein unvorhergesehenes Ereignis meine Pläne. Denn mangels Topcase, Heckrolle oder Tankrucksack an der neuen Maschine, trafen gewünschtes (großes) Gepäckvolumen auf reales (kleines) Packvolumen. Da die FJR nicht mein eigen war, wollte ich keinen Tankrucksack oder weiteres Zubehör zum Gepäcktransport montieren. Mir war das mehr oder weniger egal, aber Jola musste auf (gefühlt) 10 Paar Schuhe und andere, für sie wichtige, Dinge verzichten.

Um 10.40 Uhr ging es dann über Landstraßen nach Bonn und von dort weiter nach Gummersbach, wo wir um 12.10 Uhr eintrafen. Die ersten beiden Probefahrten brachte ich noch schnell über die Bühne, während Jola unser übersichtliches Gepäck im Zimmer verstaute.

Zimmer 517 war unsere Zimmernummer. Wer damit nichts anfangen kann, hier mal ein Beispiel: Das Hotel liegt ungefähr 2,5 Kilometer außerhalb des Gummersbacher Stadtzentrums. Unser Zimmer 517 lag fast genauso weit vom Hotelempfang entfernt. Jedoch war es sehr groß und die Ausstattung entsprach den 4 Hotelsternen.

14 Uhr brachen wir in Kai‘s Gruppe zur Vortour ins Bergische auf. Wer das Bergische Land kennt weiß, dass es über sehr viele kleine und kleinste Straßen verfügt. Die Dhünntalsperre ließen wir links liegen, aber die Bever- und Kerspetalsperre streiften wir auf unserer Anreise zur Pausenstation, dem Haus Berkenbaum, welches im Naturpark Ebbegebirge, das zum Sauerland gehört, befindet. Zwölf Stauseen, gebaut vom Ende des 19. Jahrhunderts bis in die 80er Jahre des 20. Jahrhunderts, befinden sich übrigens im Bergischen Land, davon die Hälfte zur Gewinnung von Trinkwasser.

Die „Bergischen“ Waffeln, die es zum Kaffeetrinken gab, kann ich nicht kritisieren, weil wir uns ja im Sauerland befanden. Denn folgerichtig musste es sich ja um Ebbegebirgs- oder Sauerländer Waffeln handeln. Ganz im Gegensatz zu unserem Schuhuu, der zwar die Waffel bei der Servicekraft orderte, aber bis zu unserer Abreise nicht serviert bekam. Und nun zu meiner Kritik: Macht nichts Walter, wegen der Waffel lohnt sich eine erneute Anreise nicht. Wegen der Lage der Lokalität aber schon…

An der Fürwiggetalsperre, die früher mal Versetalsperre hieß, aber jene passierten wir auch, – (Eine Abhandlung, warum die Talsperren den Namen gewechselt haben, schrieb ich bereits zu FJR-Tour „Bergischer Löwe“) – kam es dann so, wie es kommen sollte. Jola und ich waren in unserer Gruppe an sechster Position eingereiht. Und Nummer drei machte an der Uferstraße des Sees, wegen der eingeengten Fahrbahn, Gegenlicht und des Gegenverkehrs, plötzlich eine Vollbremsung. Nummer vier bremste ebenso voll, Nummer fünf bremste vollvoll und ich ging vollvollvoll in die Eisen. Zum Glück waren wir alle nicht schneller als 30 – 40 km/h. Aber im Gegensatz zu mir bremste meine Sozia nicht mit. Schaute sie doch interessiert auf das Geschehen am See und nicht auf die Straße. Sobald ich stand – super Bremsen hat die RP28, kann ich voller Überzeugung sagen – merkte ich, dass auch Jola stand. Mit einem Bein auf der Straße, mit einem halben Bein auf dem Soziaplatz. Rutschte sie doch ein wenig von dem schönen Maschinchen.

Glücklicherweise war nichts Schlimmeres passiert und wir konnten die Reise, nun wieder im Bergischen Land, ruhigen Gewissens fortsetzen. Aggertalsperre, Genketalsperre, Tanken. Um 17 Uhr erreichten wir gemütlich und mit vollgetankten Maschinen den Hotelparkplatz. Viel hatten wir heute erlebt. Auf den Straßen war das Verhältnis Auto zu Motorrad ob des warmen Frühlingstages rund 20 zu 80.

Das Willkommensbier auf der Hotelterrasse geschlürft, ins Zimmer gewandert – war ja weit – geduscht, Maniküre, Pediküre und weitere Dinge erledigt, fanden wir uns gegen 19 Uhr im Speisesaal ein.

Speisesaal ist für diesen imposanten Raum eigentlich das falsche Wort. Vielleicht sagt man dazu Remter. Stuckbesetzte Decken, großzügige Räumlichkeiten, Tanzfläche, schwere Teppiche usw. beschreiben diesen tollen Raum, in dem wir die kommenden Tage zu Abend tafeln durften, besser.

Trinkgeld  vs. Trinkgeld

Zur leichteren Abrechnung konnten wir uns Trinkgeld kaufen. Nicht zu verwechseln mit dem Trinkgeld, welches wir für das rührige Personal in einer Schatulle sammelten. Denn weil wir ja Trinkgeld hatten, konnten wir kein direktes Trinkgeld geben. Denn auf unser Trinkgeld konnten wir nur trinken oder einen Ausgeben. Jedoch Trinkgeld ging nicht! Da ist halt nur Bares Wahres…

Nach, für einige, kurzer Nachtruhe, startete die erste Gruppe heute um 9 Uhr auf die Rundreise. Zumindest die Sonne ließ sich nicht lumpen und war pünktlich erschienen. Unsere Gruppe wurde von Manfred tourensportlich angeführt und ging in Richtung Süden, mitten in den Westerwald. Über dessen Höhen, laut Volksweise aus dem 19. Jahrhundert, der Wind kalt pfeift, aber auch der kleinste Sonnenschein, tief ins Herz hinein scheint. Da wir aber keine Wandervögel, sondern Motorradwanderer sind, entschloss sich der Wind zu einer Pfeif-Pause und ließ dem Sonnenschein den Vortritt, um uns den ganzen Tag tief in unsere Herzen scheinen zu lassen.

Kleine Pfade sowie geschwungene Kurven ließen unsere, von der Sonne tief beschienenen, Herzen höher schlagen. Es machte einfach Spaß, sich der Natur, dem geringen Verkehrsaufkommen und dem guten Wetter hinzugeben. Das Ganze auf dem Motorrad genießen zu können, was gibt es Schöneres? Wieder mal eine Talsperre (Wiehe-) tangierte unseren Weg. Fast ausschließlich Kreisstraßen, davon manche „Single-Track-Roads“, hatten unsere Tourenplaner gewählt.

Viel zu schnell erreichten wir die erste Kaffee Station „Zur alten Mühle“ am Brölbach. Zufrieden wegen der schönen Strecke machten wir es uns auf der Terrasse im Sonnenschein – manche nutzten sogar den Schatten! – bequem und schlürften den ersten Kaffee.

Die nächste Gruppe rollte auf den Parkplatz. Zeit für uns aufzubrechen, unsere Gäule zu satteln und weiterzureiten. Der gar nicht so kleinste Sonnenschein schien ja immer noch tief in unsere Herzen und die erfahrene Streckenführung machte Lust auf mehr. Der Westerwald hielt ebenfalls mehr, als ich mir davon versprochen hatte. Bunte Landschaften, viele Bäche und Flüsse, saubere Ortschaften, gute Straßen.

Mit Sieg und Nister wurden zwei nette Flüsschen gekreuzt, bis wir kurz darauf in Kroppach einrollten. Kroppach und das Nistertal wird Kroppacher Schweiz genannt. Eine von rund 100 Schweizen in Deutschland. Es war eine lieblich romantische Landschaft, die uns umgab.

Als wir in den Ort Raubach einrollten, stoppte ich am Ortsschild und winkte den Tross an mir vorbei. Mein zukünftiger Schwiegersohn trägt genau diesen Ortsnamen als Familiennamen. Und dieses wollte ich fotografisch festhalten und ihm zusenden. 15 Sekunden später war das Foto im Kasten und es ging der Gruppe hinterher. Hinterher? An der Kreuzung mit Stoppschild mitten im Ort sah ich in 100 Meter Entfernung, geradeaus, eine Gruppe von Motorradfahrern, die Pause machten. Dort fuhr ich hin, denn vom Stoppschild aus gesehen erkannte ich nicht, dass es eine belgische Motorradgruppe war.

Was tun? Am besten an der Kreuzung auf einen aus der Gruppe warten, der uns sucht. Als aber nach 5 Minuten keiner kam, rief ich Manfred an. Dieser rief nach nochmals 5 Minuten Wartezeit zurück und gab mir den Ort durch, an dem die Gruppe sich jetzt befand. Sie waren im Ort der Mittagsstation in Döttesfeld, nur 12 Kilometer entfernt. Flugs hinterher und zur Gruppe aufgeschlossen, was leicht war, denn die saßen ja alle vergnügt am Essenstisch.

Später kamen die nächsten Gruppen dazu, was für uns dann immer den Aufbruch bedeutete. Wir begleiteten bis kurz vor Neustadt die schlängelnde Wied, bogen dann aber scharf rechts in Richtung Norden ab, fuhren kreuz und quer über kleinste Sträßchen. Ein kleines zwei Kilometer kurzes und kurviges Stück nutzten wir allerdings die Bundesstraße 8, die wir in Weyerbusch schon wieder links abbiegend verließen.

Denn es gab ja bald wieder eine Pausenstation. Diese befand sich im Windecker Ortsteil
Schladern, direkt in einer toll zu Gastronomiezwecken umgebauten Fabrikanlage unmittelbar an den Wasserfällen der Sieg. Dass die Wasserfälle durch den Eisenbahnbau und den radikalen Eingriff in die Natur durch den Menschen entstanden sind, möchte der Romantiker gar nicht gerne hören. Jedenfalls ist das alte Kupferwerk sehr idyllisch gelegen und die sengende Sonne zwang uns förmlich dazu, Plätze im Schatten aufzusuchen. Nebenbei bemerkt war der servierte Kuchen sehr lecker.

Die letzten Kilometer bis nach Gummersbach vergingen wie im Fluge. Nochmal an der Sieg und an der Bröl entlang kurvten wir bis zur Tankstelle in Gummersbach.  An der Tankstelle tauschte ich die RP28 mit dem nächsten Probefahrer. Das hatte für mich den Vorteil, in Gummersbach die verschiedensten FJR’s zu bewegen und im direkten Vergleich die Unterschiede festzustellen.

Im Hotel gab es das obligatorische Willkommensbier auf der Terrasse. FJR-Tourer Mitglied Noppe hatte sich zu einem Besuch eingefunden. War er doch mal schnell die gut 100 Kilometer aus seiner westfälischen Heimat ins Oberbergische gewedelt. Er war nicht der einzige Besucher. Auch Claudia kam nachmittags auf einen Plausch vorbei.

Wie der erste Abend war auch der zweite Abend kurzweilig und lustig. Die neuen Mitglieder integrierten sich, die alten bemühten sich die neuen zu integrieren. Und die uralten integrierten alle anderen. Jedenfalls wurde überall geplauscht, getratscht und gefachsimpelt.

Samstag startete unsere Truppe erst um 9.23 Uhr, Zeit genug, um 15 Minuten länger das Kopfkissen zu wärmen. Heute war die Türmchentour angesagt. Auf dem Parkdeck, auf welchem die Motorräder parkten, begrüßten wir uns untereinander. Bis mir nach ständigem und langem Begrüßen endlich auffiel, dass eine der Begrüßer gar kein Hotel-, sondern ein Tagesgast war. Der Zigarillo rauchende Bernd, den Forenlesern auch als Lulu59 bekannt, stand grinsend und rauchend vor seiner Maschine. Die gut 100 Kilometer aus der Printenstadt nach Gummersbach hatte er zügig über die Autobahn vernascht.

Wir fuhren anfangs auf unspektakulären Wegen an der Aggertalsperre über Olpe und anschließend an der Biggetalsperre vorbei. Kurz darauf bogen wir rechts in die erste kurvige Landstraße ein. Kreuz und quer durcheilten wir das saure Land. Eine vor uns gestartete Gruppe parkte nach der Hälfte der ersten Etappe freudig winkend am Straßenrand. Wir aber ließen uns nicht beirren und legten unsere Pause einige Kilometer später in Welschen-Ennest, dem alten Grenzort von Sauer- und Siegerland, ein. Dort natürlich das gleiche Spiel in umgekehrter Reihenfolge. Wir winkten freudig der vorbeifahrenden Gruppe zu.

Kurz nach der Pause befanden wir uns schon mitten im Rothaargebirge. Über die Serpentinen hinter Kirchhundem erreichten wir auf 704 Metern Höhe den 1932 erbauten Rhein-Weser-Turm. Pinkelst du hier nach Westen, fließt das Wasser in den Rhein, nach Osten geschwenkt erreicht es jedoch die Weser.

Oldtimer-Rallye

Am heutigen Samstag fand eine Oldtimer-Rallye im Sauerland statt. Vom 300SL über Jaguar E und Opel Monza, vom Spider, Capri und dem 911er, vom Auto aus den 20er Jahren bis hin zum als VW-Porsche bekannten 914/4 oder 914/6. Es war wunderschön, die ganzen alten Fahrzeuge zu genießen, die uns bei lachender Sonne begleiteten.

Schon wenige Minuten nach Abfahrt vom Rhein-Weser-Turm erreichten wir die Mittagspausenstation. Die Terrasse der sehr schön gelegenen Wisent-Hütte im Wittgensteiner Land empfing uns bei sengender Hitze. Wenige nahmen draußen Platz. Die meisten nahmen ihre Mahlzeit inklusive Getränke im inneren des hölzernen Gastronomiebetriebes ein.

Auf dem rund 150 Meter entfernten Parkplatz der Hütte stand übrigens ganz alleine eine FJR1300. Da wir als erste Gruppe ankamen und ich das Kennzeichen der Maschine nicht zuordnen konnte, steckte ich dem mir unbekannten FJR-Treiber eine FJR Visitenkarte ans Tankschloss. Wollte doch Werbung für die FJR-Tourer platzieren. Als wir jedoch zur Hütte kamen, begrüßte uns unser nordischer Forenkollege Burkhardt. Er war in seiner alten Heimat, im Westerwald, auf einer Familienfeier. Aber den Samstag nutzte er, um seine Forenkollegen zu begrüßen. Ein sehr netter Zug von ihm.

Das leckere Essen war zu Ende, wir brachen auf. Nach dem kurzen Fußweg zum Parkplatz stahl ich Burkhardt die Visitenkarte zurück, welche ich bei Ankunft an seinen Tankdeckel steckte.

Wir hatten uns noch gar nicht so richtig warm gewedelt, als wir schon nach kurzer Fahrt den, mit 841,9 Metern Höhe, zweithöchsten Berg Nordrhein-Westfalens, den Kahlen Asten bei Winterberg erreichten. Auf dem dort stehenden Astenturm kann man noch rund 20 Meter höher steigen und die tolle Aussicht genießen. Übrigens verläuft auch über diese Bergkuppe die Rhein-Weser Wasserscheide. Das „links-rechts-Pinkeln“ funktioniert hier also genauso, wie am letzten Turm.

Über eine schöne Strecke ging es entlang des Rothaargebirges zurück in Richtung Westen. Bei Lennestadt erreichten wir die Lenne, die die „links-Pinkler“ schon auf dem letzten Berg erreichten. Rechts abgebogen, dann wieder links. Flugs bogen wir nach kurviger Strecke, zwischen den Pollern hindurch, auf den Parkplatz des letzten Turmes, der hohen Bracht, ein.

Die dort als Spezialität angebotenen Windbeutel gehören zum Besten, was ich je als Windbeutel gegessen habe. Und auch die servierten Waffeln machten einen wesentlich besseren Eindruck, als die vom Donnerstag. Diese Pausenstation werde ich sicherlich nochmals nutzen.

Nach der Schlemmerei ging es auf die letzten Kilometer. Seebär wollte nicht mehr in seiner touristischen Gruppe fahren. War ihm zu langsam und zu träge. Wir beratschlagten und nahmen ihn dann generös in unserer Gruppe mit. Die letzten Kurven nahmen wir flott und schon kurze Zeit später erreichten wir nach Tankpause unsere Unterkunft.

Im Garten des Hotels wurden die Motorräder aufgereiht. Vorm Brunnen ergab dieses ein sehr schönes Fotomotiv. Nach dem Foto, wir alle sollten blind in die untergehende Sonne schauen, mussten die Motorräder wieder umgeparkt werden. Die deutschen Feuerwehr-Rettungsrichtlinien machten dies unumgänglich.

Der letzte Abend im schönen Saal nahm seinen Lauf. Lobreden auf die Veranstalter, Ehrungen fast aller Tourguides, Begrüßung durch Gerry, einen der Veranstalter von Bitburg 2018 und eine tolle Fotoshow der von Tobias an der Strecke geschossenen Fotos.

Ja, Tobias. Das war der Fotograf, der mit einem super toll beklebten Auto jeden Tag an mehreren Stellen unserer Strecken stand und dort die tollsten Action-Fotos schoss. Die Idee mit dem Fotografen und dem beklebten Auto wurde zu 100 Prozent von allen Teilnehmern gelobt. Tobias: Auch von mir Hochachtung und Dank für deine gute Arbeit!

In eigener Sache möchte ich aber auch noch unserem Kautz Schuhuu mit Käutzin Claudia großen Respekt zollen. Denn auch die beiden schossen Fotos aus allen Lagen. Während der Fahrt wurde schon mal der Fotoapparat mit der Besatzung des Nachbarmotorrades getauscht. Und gerade mal eine Woche nach der Tour stellte Schuhuu sein gut 20 minütiges Videos im Netz zur Verfügung! Walter, Danke!!

Am kommenden Morgen war es wie nach jeder Tour. Die Frühaufsteher waren schon weg, die anderen Aufsteher beim Frühstück und die Nichtaufsteher schliefen noch wie in Abrahams Schoß. Langsam leerte sich das Hotel. FJR’s fuhren auf eigenen Rädern oder standen auf Hängern in Richtung Heimat.

Jola und ich verabschiedeten uns gegen 10.30 Uhr. Die Eifel rief schon laut. Ein kleiner Umweg wurde noch eingelegt bis wir dann gegen High Noon unser Eifeldorf erreichten.

Danke an das ganze Veranstaltungs-Team! Es war eine tolle Tour, mit tollen Strecken in toller Location. Es war einfach nur schön! Danke auch an die Ehefrauen der Veranstalter. Denn es ist so wichtig, sich verlassen zu können, dass einem der Rücken frei gehalten und hier und da einmal ein seelischer Zuspruch zugesprochen wird!

Nachwort:

Zur großen Überraschung postete Carsten wenige Tage nach der Tour zwei Zeitungsartikel. Hatte er doch den Kölner Stadt-Anzeiger und die Kölner Rundschau zu einem Termin nach Gummersbach eingeladen. Und die Journalisten kamen nicht nur, nein, sie berichteten in einem mehrspaltigen Bericht über diese, unsere, FJR-Tour 2016!

So präsentierte sich das „Nicht-offizielle-Jahrestreffen 2016“ besser, als ein offizielles Jahrestreffen 2016 es möglicherweise getan hätte. Aber im Konjunktiv gesprochen kann man ja leicht urteilen. Vielleicht wird das Treffen  ja posthum noch offiziell? Jedenfalls wurde eine hohe Latte für die Organisation 2018 gelegt.

Deshalb zum Schluss nochmals ein großes

Danke!

Die schönste Seite der Eifel